Die letzten Tage sind unweigerlich angebrochen. Vorhin bin ich vom Intercambio zurückgekommen, wo mir mehrere Leute gesagt haben, es wäre schade, dass ich gehe.
Heute hatte ich meine erste In-Company Englischstunde. Und wo war die? Im Prat, zwei Büros von meiner Ex-Firma entfernt. War nicht wirklich überragend, aber wenn man zwei gemischte Levels und eine nicht funktionierende Organisation mit einrechnet, noch ok.
Meine Gedanken kreisen jetzt fast endlos um das Thema Abschied. Wann sehe ich die Leute nochmal? Wann soll ich eine Party machen? Wann kann ich die INEM-Bescheinigung holen. Sehr entspannt ist das nicht. Da hatte ich es gut, dass der Paristrip mich mal aus der Sache rausgeholt hat.
Und dann habe ich mich heute mit Jerome getroffen - definitiv zum letzten Mal in Barcelona - der am 15.3 nach London umzieht. Damit geht definitiv eine Ära zuende: Mein hochintelligenter Leidensgenosse verlässt das Schiff... ich wünsche ihm alles Gute.
Einen zweiten Abschied hat heute Sunny, der Rosenverkäufer verursacht. Seit meiner Geschichte mit Isa kennt er mich, und wir reden gerne mal ein Wort oder drei. Und heute hatte L. ihm erzählt, dass ich weggehe. Und da hat er MIR eine Rose geschenkt. Immer, wenn ich über ihn nachdenke, werde ich traurig: ein gutausgebildeter, intelligenter Mann, der Rosen verkaufen muss, um den Traum von einem Visum nur entfernt wahr werden zu lassen. Und trotzdem ist er immer gut drauf und zu einem Schnack aufgelegt. Nun, er hat mir jedenfalls alles Gute gewünscht. Und ich wünsche ihm das Gleiche.
spacerat - 12. Mrz, 02:45
Bin gerade dabei, mein Leben hier unten abzuwickeln.
a) Arbeitslosengeld: Am besten mitnehmen für 3 Monate, dann bin ich auch die Sorge mit der Versicherung los.
b) Mobiltelefon: Entweder muss ich bis zum 19.3. ein Fax mit der Kündigung schicken, oder ich rufe aus Deutschland am 20.4 an, um meine Nummer zu behalten und eine Prepaid-Karte daraus zu machen. Was soll ich machen? Sicherer wäre es, die Sache ein für alle Mal zu kündigen... aber wer weiss ob ich nicht wieder zurückkomme...
c) Andere Verträge werden überschrieben
spacerat - 7. Mrz, 19:11
-In der Sonne sitzen bei dem kleinen Restaurant an der Ecke am Mittag bei Spaghetti.
-Panik vor den Stunden, weil schlecht vorbereitet
-Das Gefühl, nie fertig zu sein
-Freitag nach dem Unterricht um 19.30h gemeinsam essen gehen und 1 Bier... wirklich nur ein Bier.
-Im uralten Café sitzen und Lebenspläne, Unterricht und Religion mit Risa besprechen
- tbc
spacerat - 23. Feb, 09:53
So, heute beginnt Tag 4... nur um Euch ein kurzes Bild zu geben, was bisher passiert ist:
Am Montag morgen war ich ziemlich früh in der Schule, was taktisch günstig war, da ich alle Newcomer in der Gruppe "begrüssen" konnte... kleiner Psychotrick, um meine Probleme mit neuen Gruppen zu mindern und mich bekannt zu machen. Die Leute sind alle ziemlich nett, etwas mehr Frauen als Männer, Alter von 20-45.
Ich bin mit 2 anderen in einer Tutorengruppe, wir haben die Nachmittagsschicht. Unser Tag fängt offiziell um 13:50 an, mit einer Stunde Mazedonisch... Mazedonisch?!? Ja, damit diejenigen, die noch nie eine fremde Sprache gelernt haben, merken, wie es sich auf der anderen Seite anfühlt. Für mich ist das Ganze ziemlich stressig mit der kyrillischen Schrift und der Blockmethode, weil ich über die Zerlegung von Sprache lerne und mir vor allem das Geschriebene einpräge... ausserdem müssen wir gleichzeitig noch die Unterrichtsstunde analysieren. Am Montag ist darüber ein Essay anzufertigen. Danach haben wir normalerweise Grammatik oder Phonologie oder so etwas, und danach begleitete Unterrichtsvorbereitung. Um 18.00h ist dann unterrichten angesagt. Am zweiten Tag haben wir unseren Tutor analysiert, und gestern ging es für uns los! Obwohl ich aufgeregt war (man hat ja sonst keine 3 Personen im Hintergrund, die ständig Notizen machen und bewerten), war es im Grunde doch wieder wie bei Aprenem und beim Intercambio. Feedback war hinterher auch, dass ich sehr selbstsicher gewirkt hätte. Feedback geht ungefähr bis 20.30h, dann ist der Tag "offiziell" zu Ende. Morgens starte ich um 10.00h, weil wir die Materialien anfertigen müssen, nach den "Teaching Points", die uns am Abend vorher gegeben werden. Ausserdem müssen wir eine Reflektion schreiben und natürlich an den 4 Assignments arbeiten. Aber dafür werden wahrscheinlich die WoE draufgehen... alles in allem sehr anstrengend, und viel neues.
spacerat - 7. Feb, 09:16
Und gestern war der letzte Tag in meiner momentanen Firma. Mein Boss ist um 14.00h gegangen, und ich habe um 17.30h das Licht ausgemacht, nachdem wir noch ein wenig Drama mit gelöschten Dateien hatten.
Ich hatte mich um 22.00h mit einer brasilianischen Freundin verabredet, die für ein paar Tage in der Stadt ist, und habe leider im Eifer des Umzugsgefechts L gesagt, dass ich mich mit ihr um 22.00h treffen würde - uuupps. Sie hatte sich wohl voll gefreut, und als ich dann nachmittags abgesagt habe, war sie ziemlich sauer und enttäuscht. Stellt sich heraus, dass sie Prüfungen und mein Arbeitsende feiern wollte... ich hab ein richtig schlechtes Gewissen deshalb.
Der Abend mit der Brasilianerin war aber trotzdem sehr nett, und ich werde dieses Wochenende wohl Tourguide spielen.
spacerat - 1. Feb, 10:40
In der letzten Zeit geht bei mir das Leben ja nun doch rund.
Ich geniesse Barcelona intensiv, und ich werde allmählich trauriger.
Die Highlights dieser Woche:
Am letzten Wochenende Skifahren gewesen mit Kai, Christina, und einer etwas seltsamen Amerikanerin. Guter Kunstschnee und super Wetter. Und nicht ein einziges Mal langgemacht! :)
Montag einen netten Abend - mal wieder - mit L verbracht. Um 1.00 am zu Hause gewesen.
Am Dienstag Intercambio gehabt. Und dann ruft mich Lica an, dass sie in Barcelona ist und ob ich nicht auf eine Party gehen will... nein, muss ich leider ablehnen, auch wenn ich gerne mit einer Hand voll Brasilianerinnen Tequilashots getrunken hätte ;-)
Und heute das Highlight: L lädt mich zu einem Wochenende in Paris ein!! Eigentlich läuft mein Leben also momentan ziemlich gut.
Gestern abend habe ich mich noch lange mit Lx unterhalten, weil ich mich am Sonntag auf der Rückfahrt vom Skifahren wegen alter Erinnerungen doch einsam gefühlt habe und sie mir gestern getextet hatte, dass sie sich an alte Zeiten erinnert, weil sie in einem bestimmten Stadtteil war. Wir haben uns also unterhalten, und es stellte sich heraus, dass sie momentan sehr enttäuscht von den Männern in ihrem Leben ist: entweder fühlt sie nichts, oder die Typen waren "Cabrones". Und vielleicht stellt sie gerade fest, dass mit mir eigentlich alles ganz gut war... es tut mir leid für sie, auch wenn der Hauptteil meines Egos natürlich ganz zufrieden damit ist. Jetzt nur noch die Jobfront klären, dann habe ich das Traumleben!
spacerat - 30. Jan, 16:17
Diese Liedzeile lief bei mir heute schon den ganzen Tag im Kopf, während ich mal wieder die Kraft gefunden habe, einige Schubladen und Kisten auszuräumen und Zeug gnadenlos wegzuwerfen. Auszug auf Raten - und bei vielen Dingen kommen mir viele Erinnerungen in den Kopf. Dementsprechend gedämpft war dieser Tag:
"But you can´t jump the track, we´re like cars on a cable| and Life is like an hourglass glued to the table| Noone can find the rewind button now ..."
Ja, gute und weniger gute Erinnerungen, Erinnerungen, die ein Lächeln auf mein Gesicht zaubern, und Erinnerungen, die meine Augen feucht werden lassen. Erinnerungen an Zeiten in Barcelona, die letzten 4 Jahre, Erinnerungen an meine Zeit mit meiner Ex, Erinnerungen auch an Australien und Deutschland, so viel Schwemmgut der Zeit, das sich in diesem Zimmer in den selten geöffneten Schubladen angesammelt hat. Und jedes Stück, jede Erinnerung, jedes Gefühl will noch einmal gefühlt werden, bevor der Gegenstand entweder in den Papierkorb oder die Umzugskiste wandert.
Aber wie der Song schon sagt: Wir können nicht zurück, sondern es geht immer weiter, ob wir wollen oder nicht. Wir können nur das beste daraus machen.
Das Lied spielt sich übrigens wunderschön und relativ leicht auf der Gitarre - womit ich dann die zweite Hälfte des Tages verbracht habe.
spacerat - 14. Jan, 00:26
Ende eines seltsamen Wochenendes... seit Donnerstag bin ich nun wieder in Barcelona. Die letzten drei Monate sind angebrochen, es gibt kein Zurück. Das fühlt sich seltsam an, und das ganze Wochenende bin ich schon in sehr schwankender Verfassung. Ich habe Laura vermisst - das ist mir erst aufgefallen, als ich wieder hier war. Und wie seltsam es war, ohne sie zu feiern. Überhaupt vermisse ich jemanden, der mein Leben teilt. Ich fühle mich alleine.
Freitag war ich mit Sergio und anderen weg in einem Club, bis morgens um 4. Gestern dann mit der Laura vom Intercambio. Eigentlich nur bis 21.00h, aber nach Hause bin ich trotzdem erst um 4.00h gekommen. Und heute mit meiner Mitbewohnerin Gitarre gespielt und Kaffee getrunken. Und trotzdem... die Leere kann es nicht füllen, den Schwermut nicht wegzaubern.
Gestern habe ich per SMS von zuhause erfahren, dass ich das Visum bekommen habe. Aber statt Freude und Abenteuerlust wird mir schwer ums Herz. Wie alles wohl werden wird?
spacerat - 7. Jan, 00:38